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CAT / Radio-Steuerung

HAM-Tools steuert dein Radio via Hamlib (rigctld). 31 Modelle vorkonfiguriert: Yaesu, Icom, Kenwood, Elecraft (das Hamlib-Backend kennt darüber hinaus ~200 weitere — die 31 sind die kuratierten, getesteten Profile mit Werkseinstellungen).

Verbindungswege 🆕

Neu in 1.13.0

Neben USB gibt es zwei Netzwerk-Wege. Auswahl im »Weg«-Picker oben in Einstellungen → CAT — pro Konfiguration wählbar:

WegWas dahintersteckt
USB (Serial)Der Standard: HAM-Tools startet einen eigenen rigctld am USB-Serial-Port
IC-705 WLANHAM-Tools verbindet sich direkt mit dem IC-705 (oder kompatiblem Icom) über WLAN — natives Icom-RS-BA1-Protokoll, kein Zusatztool wie wfview oder kappanhang nötig
Netzwerk (rigctld)Andocken an einen bereits laufenden rigctld-Server — z.B. von wfview/kappanhang auf demselben Mac oder einem Shack-PC im LAN

IC-705 WLAN — Radio ohne Kabel

Der IC-705 (und netzwerkfähige Icom-Verwandte) spricht das RS-BA1-Netzwerkprotokoll, das HAM-Tools seit 1.13.0 nativ implementiert (Control-Stream UDP 50001 + CI-V-Serial-Stream 50002):

  • Felder: Radio-IP, Benutzer, Passwort — die Werte stammen aus dem Radio-Menü Set → WLAN-Set → Fernsteuerung (Network User mit Administrator-Rechten anlegen)
  • Was läuft: Frequenz, Mode und S-Meter live; PTT und QSY (Spot-Klick dreht das Radio) über WLAN; CW-Keying und die rig-internen Voice-Memories funktionieren
  • Was bewusst nicht: Audio läuft nicht über HAM-Tools — WSJT-X & Co. nutzt du wie gewohnt extern (der Audio-Stream des Radios bleibt frei)
  • Outdoor-Tipp: der IC-705 kann selbst als WLAN-Access-Point arbeiten — Mac direkt mit dem Radio-WLAN verbinden, kein Router nötig
  • Die CI-V-Adresse muss zur Radio-Einstellung passen (IC-705-Standard: 0xA4)

→ Schritt-für-Schritt: Tutorial: IC-705 über WLAN verbinden

Netzwerk (rigctld) — externer Hamlib-Server

Wenn ein Brückentool (wfview, kappanhang) oder ein anderer Rechner bereits einen rigctld betreibt, hängt sich HAM-Tools einfach dran:

  • Host: 127.0.0.1 für dasselbe Gerät, sonst die LAN-IP des Shack-PCs
  • Port: Standard-rigctld-Port ist 4532; wfview/kappanhang lauschen oft auf 4533, damit 4532 für andere Programme frei bleibt

Erste Inbetriebnahme (USB)

So richtest du den Standard-Weg über USB-Kabel ein (für WLAN siehe oben):

  1. Cmd+,CAT-Tab
  2. Hersteller wählen (Icom / Yaesu / Kenwood / Elecraft / Hamlib Dummy zum Testen ohne Hardware)
  3. Modell wählen — Werkseinstellungen (Baud, Datenbits, Parity, Handshake) werden automatisch geladen
  4. Serieller Port auswählen — Dropdown listet alle /dev/cu.* (USB-CAT-Kabel werden automatisch erkannt)
  5. CI-V Address (nur ICOM) — Default aus dem Profil, kannst du überschreiben falls dein Radio anders konfiguriert ist
  6. "Start" klicken — Badge oben wechselt von grau auf blau (Starten) auf grün (Verbunden)

Automatisch erkennen (Auto-Detect) 🆕

Neu in 1.15.0

Du weißt nicht, welche Baudrate dein Radio eingestellt hat — oder willst dir die manuelle Einrichtung ganz sparen? Der Button »Automatisch erkennen…« neben dem Modell-Picker findet dein Radio selbst (Funktionsweise wie die CAT-Suche in UCX Log).

  1. Radio einschalten und per USB-/CAT-Kabel verbinden
  2. Einstellungen → CAT → »Automatisch erkennen…« (nur klickbar, wenn CAT gestoppt ist — bei aktiver Verbindung erst Stop)
  3. Hersteller wählen (z.B. Kenwood) — oder »Alle Hersteller«, wenn du dir unsicher bist
  4. »Suche starten« — HAM-Tools probiert nacheinander jede Kombination aus Modell × USB-Port × Baudrate durch, bis das Radio gültig antwortet. Die Fortschrittsanzeige zeigt live, was gerade getestet wird („Teste Kenwood TS-590SG — usbserial-1420 @ 115200 Bd… 12/96")
  5. Bei Treffer: »Übernehmen« schreibt Modell, Port und Baudrate in die aktive Konfiguration — danach wie gewohnt »Start« drücken

Gut zu wissen:

  • Die Werks-Baudraten werden zuerst getestet — ein Radio mit Standardeinstellungen ist meist in Sekunden gefunden. Erst danach läuft die volle Baudraten-Matrix; eine Suche über alle Hersteller kann mehrere Minuten dauern (die Schätzung steht im Dialog).
  • Einige verwandte Modelle teilen sich das CAT-Protokoll (z.B. Kenwood TS-480/590/890) — es kann also ein Nachbar-Modell anschlagen. Falls das angezeigte Modell nicht stimmt: »Weitersuchen« klicken, die Suche macht beim nächsten Kandidaten weiter.
  • Die Suche ist WSJT-X-sicher: Sie läuft auf einem eigenen internen Port und lässt einen geteilten rigctld-Server (siehe CAT teilen) unangetastet.
  • Erkannt wird nur der Weg USB (Serial) — für IC-705-WLAN und Netzwerk-rigctld siehe Verbindungswege.

CI-V Adresse (ICOM)

Jedes ICOM-Modell hat eine Standard-CI-V-Adresse. HAM-Tools kennt:

Schreibweise

HAM-Tools zeigt die Adresse als 0xA4 (C-Notation), das Radio-Menü zeigt denselben Wert als A4h (h-Suffix). 0xA4 = A4h = 164 dezimal — es ist identisch dieselbe Adresse, nur andere Schreibweise.

ModellCI-VModellCI-V
IC-73000x94IC-71000x88
IC-76100x98IC-91000x7C
IC-7050xA4IC-76000x7A
IC-97000xA2IC-77000x74
IC-72000x76IC-70000x70
IC-746PRO0x66

TIP

Wenn dein Radio die CI-V im Menü auf einen anderen Wert geändert wurde, einfach den Wert im Feld überschreiben. Mit dem "Default (0xXX)"-Button setzt du wieder den Werkswert.

Bei Yaesu / Kenwood / Elecraft ist die Section unsichtbar — diese Hersteller nutzen kein CI-V.

Multi-Config

Du kannst mehrere Konfigurationen speichern (z.B. eine pro Radio). Workflow:

  1. Settings für Radio A machen (Modell + Port + ggf. CI-V)
  2. "Speichern unter…" klicken → Name eingeben (z.B. IC-705 Mobile) → Speichern
  3. Radio B konfigurieren (Modell wechseln, Port ändern)
  4. Wieder "Speichern unter…"IC-7300 Shack
  5. Zwischen Configs wechseln: oben im "Aktive Konfig"-Picker

WARNING

Änderungen wirken in der aktuell aktiven Konfig. Wenn du z.B. von IC-705 zu IC-7300 wechselst und an der IC-7300-Config rumdrehst, ändert sich die IC-705-Config nicht — die ist gespeichert.

Was die App mit CAT macht

  • Frequenz lesen: alle 500 ms (Default, einstellbar 200–2000 ms) → wird im Logbuch-Eingabe-Panel und im POTA/Contest-Form angezeigt
  • Frequenz setzen: beim Klick auf einen DX-Cluster-Spot oder QTH-Memory springt das Radio auf die Frequenz
  • Mode lesen: synchron zur Frequenz, bestimmt RST-Default (599 für CW/Digi, 59 für SSB)
  • Mode setzen: Mode-Picker im Radio/CAT-Panel sendet setMode an Hamlib → Radio dreht USB/LSB/CW/PKTUSB
  • VFO A/B + Split: per Klick im Radio/CAT-Panel
  • S-Meter: live aus dem Radio gelesen (Hamlib-get_strength)
  • PTT: wird von den Contest-Voice-Macros (F1–F8) für SSB-Wiedergabe gesetzt; ansonsten greift die App nicht in den Sendebetrieb ein
  • Tuner: die ATU-Pille schaltet den Antennentuner an/aus; der separate TUNE-Knopf (moderne Yaesu) startet einen echten Tuner-Abgleich (siehe unten)

Yaesu: ATU-Pille vs. TUNE-Knopf

Im Radio-Panel gibt es zwei getrennte Bedienelemente für den Antennentuner:

  • ATU — Toggle: schaltet den eingebauten Tuner in die Leitung (an) bzw. heraus (aus). (Hieß früher »TUN« — umbenannt, weil es zu leicht mit dem »TUNE«-Knopf zu verwechseln war.)
  • TUNE — startet einen echten Tuner-Abgleich am TRX. Bei modernen Yaesu über das CAT-Kommando AC002;.

Der TUNE-Knopf erscheint nur bei Rigs mit CAT-steuerbarem Tuner. Bei den älteren Yaesu mit Binär-CAT (FT-817/857/897) ist er ausgeblendet, da diese keinen über CAT abgleichbaren ATU haben. Das gerätespezifische Tune-Kommando ist pro TRX-Profil überschreibbar.

Robust gegen Tuner-/Voice-Aussetzer (seit 1.24.2 / 1.25.0)

Ein Yaesu-Abstimmvorgang ist ein nicht quittiertes CAT-Kommando und brachte früher die Verbindung kurz aus dem Tritt (bis hin zu »CAT neu verbinden nötig«). Jetzt fängt die App das ab: ATU-Toggle und Voice-Memory reißen die CAT nicht mehr ab (stiller Wiederholversuch), und nach einem TUNE-Abgleich synchronisiert sich die CAT automatisch & budgetfrei neu — beliebig oft, ohne manuellen Reset. Währenddessen zeigt das Status-Badge kurz »Tuning…« statt einer Fehlermeldung.

CAT teilen (WSJT-X & Co.)

Standardmäßig hält HAM-Tools den seriellen Port exklusiv — solange CAT verbunden ist, kommt kein zweites Programm ans Radio. Mit »CAT teilen« läuft beides parallel:

  1. Cmd+,CAT-Tab → Schalter »rigctld für andere Programme offen halten« aktivieren.
  2. In HAM-Tools »Start« (CAT verbinden).
  3. WSJT-X (oder fldigi, JS8Call …) konfigurieren:
    • Rig: Hamlib NET rigctl
    • Netzwerk-Server: 127.0.0.1:4532
    • PTT-Methode: CAT
    • Abfrageintervall: 1 s

HAM-Tools betreibt seinen eingebauten rigctld dann als lokalen Server (nur 127.0.0.1, kein LAN-Zugriff), an den sich beliebig viele Hamlib-Programme anhängen. Der Server bleibt offen, auch wenn du HAM-Tools' eigene CAT-Verbindung trennst — eine laufende WSJT-X-Session reißt nicht ab. Beendet wird er über »Freigabe beenden« oder beim Schließen der App.

Band-Sync gratis

Wenn WSJT-X über den geteilten rigctld das Band wechselt, sieht HAM-Tools das beim nächsten Frequenz-Poll. Aktivierst du im DX-Cluster »Band folgt TRX«, ziehen Spot-Liste, Weltkarte und Logbuch-Filter automatisch mit.

Mode-Picker auch ohne CAT nutzbar

Neu in 1.8.10

Mode-Auswahl funktioniert auch ohne aktive CAT-Verbindung — wichtig für Remote-Setups, Reise-Loggen ohne TRX in Reichweite oder das nachträgliche Pflegen von Papier-Logs.

  • Mit CAT: Mode-Klick schickt setMode ans Radio, das Radio dreht, der Poll-Loop bestätigt den neuen Wert. Auswahl beschränkt auf Hamlib-Modes: USB, LSB, CW, CWR, AM, FM, RTTY, RTTYR, PKTUSB, PKTLSB.
  • Ohne CAT: Mode-Klick setzt den Wert direkt im internen RadioState (USB/LSB werden zu SSB gemappt, PKTUSB/PKTLSB zu DATA, der Rest 1:1). Zusätzlich erscheinen digitale Modes unter einem Divider: FT8, FT4, JT65, JT9, PSK31, JS8, Q65, MSK144. Diese laufen am TRX über PKTUSB-Modulation — Hamlib kennt sie nicht direkt, deshalb sind sie ohne CAT-Verbindung ausgeblendet.

Der Status unter der Frequenz-Anzeige zeigt CAT (grün) oder manuell (grau), damit du jederzeit weißt, woher die aktuellen Werte kommen.

Hamlib unter der Haube

HAM-Tools bringt eine eigene rigctld-Binary mit (Universal2, in Contents/Helpers/rigctld im App-Bundle). Du brauchst kein separates Hamlib zu installieren.

rigctld wird beim CAT-Start als Subprocess gespawnt mit den passenden Argumenten:

rigctld -m <hamlibRigNumber> -r <port> -s <baud> -C data_bits=8,stop_bits=1,...

Bei ICOM kommt civaddr=0xXX automatisch ans -C-Argument.

Troubleshooting

SymptomMögliche Ursache
Badge bleibt grau auf "Idle"Kein Radio-Modell gewählt oder Port nicht ausgewählt
Badge wechselt auf rot "Fehler"Port belegt (andere App läuft), Baud passt nicht, Kabel ab — Tipp: »Automatisch erkennen« findet Modell + Baud selbst
Auto-Detect findet nichtsRadio aus, Kabel ab, oder ein anderes Programm hält den seriellen Port — und beim Icom: geänderte CI-V-Adresse (die Suche testet die Werks-Adresse)
Verbunden aber Freq bleibt auf 0Falsche CI-V (bei ICOM), Radio im falschen Modus
Verbunden aber Mode bleibt auf "—"Hamlib-Modul für dieses Modell unterstützt kein Mode-Read
Verbindung bricht abUSB-Adapter-Treiber-Problem — anderes Kabel testen, FTDI-Driver aktualisieren

Bei wiederholbaren Problemen → Bug melden (Cmd+Shift+B) mit Diagnose-Anhang aktiviert.

Tipps

  • Multi-Radio-Shack: für jedes Radio eine Config — Wechsel per Picker, kein Eingabe-Marathon
  • Portable: zweite Config mit anderem USB-Adapter-Port (kann je nach USB-Hub variieren)
  • Test ohne Hardware: Profile Hamlib Dummy-Rig (Test ohne Hardware) → setzt willkürliche Werte, gut für UI-Tests

HAM-Tools © HB9HJI · Funkwelt