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Rotor / Antennensteuerung

HAM-Tools dreht deinen Antennenrotor via Hamlib (rotctld). 22 Modelle sind vorkonfiguriert: SPID, Yaesu GS-232, Hy-Gain, Idiom Press, Green Heron, EA4TX, Prosistel, M2 und für den Satellitenbetrieb Easycomm/LVB/Fodtrack (das Hamlib-Backend kennt darüber hinaus weitere — die 22 sind die kuratierten Profile mit verifizierten Werkseinstellungen).

Neu in 1.29.0

Die Rotorsteuerung ist neu. Eingerichtet wird sie unter Einstellungen → Rotor (⌘,). Wie SSTV ist sie noch jung — Rückmeldungen von Nutzern mit angeschlossenem Rotor sind willkommen.

Verbindungswege

Auswahl im »Weg«-Picker oben in Einstellungen → Rotor — pro Konfiguration wählbar:

WegWas dahintersteckt
USB (Serial)Der Standard: HAM-Tools startet einen eigenen rotctld am USB-Serial-Port. Ein separates Hamlib ist nicht nötig — das Binary ist in der App mitgeliefert
Netzwerk (rotctld)Andocken an einen bereits laufenden rotctld — z.B. ein Remote-Rotor an einem anderen Rechner im LAN

Loopback-only beim USB-Weg

Der von HAM-Tools gestartete rotctld lauscht bewusst nur auf 127.0.0.1 — der Rotor ist also nicht übers LAN erreichbar. Für einen bewusst im Netz freigegebenen Rotor nutzt du den Netzwerk-Weg gegen deinen eigenen rotctld.

Netzwerk (rotctld) — externer Hamlib-Server

Läuft auf einem anderen Rechner (oder lokal von Hand gestartet) bereits ein rotctld, hängt sich HAM-Tools einfach dran:

  • Host: 127.0.0.1 für dasselbe Gerät, sonst die LAN-IP des Shack-PCs
  • Port: Standard-rotctld-Port ist 4533

Erste Inbetriebnahme (USB)

So richtest du den Standard-Weg über USB-Serial-Adapter ein:

  1. Rotor-Controller per USB-Serial-Adapter an den Mac, einschalten
  2. ⌘,Rotor-Tab
  3. Hersteller wählen (SPID / Yaesu / Hy-Gain / … / Hamlib Dummy zum Testen ohne Hardware)
  4. Modell wählen — Werkseinstellungen (Baud, Datenbits, Parität, Handshake) und Az- bzw. Az/El-Fähigkeit werden automatisch geladen
  5. Verbindungsweg auf USB (Serial) lassen
  6. USB-Port auswählen — das Dropdown listet die verfügbaren /dev/cu.* (🔄-Knopf aktualisiert die Liste)
  7. »Verbinden« klicken — die Status-Ampel oben wechselt von grau (Nicht verbunden) auf orange (Verbinde…) auf grün (Verbunden), und der Live-Azimut erscheint

→ Schritt-für-Schritt mit Treiber-Check und Troubleshooting: Tutorial: Rotor-Inbetriebnahme

Rotor-Modelle

Der Modell-Picker (Hersteller → Modell) deckt die gängigen Controller ab. Jedes Profil bringt die passende Hamlib-Rotor-Nummer, geprüfte Serial-Defaults und die Az- bzw. Az/El-Fähigkeit mit:

HerstellerModelleAz/El
SPIDRot1Prog (z.B. RAU), Rot2Prog (z.B. RAS), MD-01/02Rot1Prog: nur Az · übrige Az/El
YaesuGS-232A (G-800/1000/2800DXA, G-5500), GS-232B, GS-232 Generic (Klone)Az/El
Hy-GainDCU-1/DCU-1X (Ham-IV, T2X), DCU2/DCU3/YRC-1nur Az
Idiom PressRotor-EZ, RotorCardnur Az
Green HeronRT-21 (DCU-1)nur Az
DF9GRERC (Easy Rotor Control)nur Az
EA4TXARS RCI (Az/El), ARS RCI (nur Azimut)je nach Variante
ProsistelD (Azimut), Combi-Track (Az/El)je nach Variante
M2RC2800Az/El
EasycommEasycomm II (SatPC32/Gpredict), Easycomm IIIAz/El
AMSATLVB TrackerAz/El
XQ2FODFodtrackAz/El
HamlibDummy-Rotor (Test ohne Hardware)Az/El

Unter dem Picker stehen die Hamlib-Rotor-Nr. und ob das Modell Az/El oder nur Azimut kann. Mit »Werkseinstellungen zurücksetzen« holst du die geprüften Defaults zurück, falls du die Serial-Parameter verstellt hast.

Serial-Defaults sind editierbar

Die vorbelegten Werte (Baudrate, Datenbits, Stoppbits, Parität, Handshake) stammen aus Hamlib. Weicht dein Controller ab — etwa eine andere Baudrate am Gerät —, passt du sie unter Serielle Schnittstelle an. Beispiel: SPID läuft mit 600 Bd, Hy-Gain DCU-1 mit 4800 Bd, Yaesu GS-232 mit 9600 Bd.

Kalibrierung & Drehbereich

Im Abschnitt Kalibrierung & Drehbereich:

FeldBeschreibung
Nord-OffsetKorrektur in Grad, falls der Rotor nicht exakt auf Nord steht. Wird auf jedes Ziel angewendet
DrehbereichVon–bis in Grad. Standard 0–360; bei Rotoren mit Überlapp z.B. 0–450, damit die App den kürzesten/erlaubten Weg wählt
Elevation nutzen (Az/El)Nur bei Az/El-Modellen sichtbar — für reine Azimut-Beams (Hexbeam) aus lassen

Im Abschnitt Abfrage legst du das Poll-Intervall fest (Standard 1000 ms) — wie oft der Live-Azimut vom Rotor gelesen wird.

Spot-Klick → auf DX-Peilung drehen

Analog zum CAT-QSY

Wie ein Spot-Klick das Radio auf die Frequenz dreht, dreht er optional die Antenne auf die Peilung.

Im Abschnitt DX-Spots aktivierst du »Beim Spot-Klick automatisch auf die Peilung drehen«. Danach dreht ein Klick auf einen DX-Cluster-Spot den Rotor auf die Großkreis-Peilung zur DX-Station:

  • Die Peilung wird aus deinem QTH-Locator (Station-Einstellungen) und dem DXCC-Standort des Spots berechnet.
  • Wirkt nur bei verbundenem Rotor.
  • Den Nord-Offset und den Drehbereich (siehe oben) bezieht die App dabei mit ein.

Manuell drehen & Status

Der Status-Abschnitt ganz oben zeigt eine Kompass-Rose mit Ist-Nadel (rot) und Ziel-Markierung sowie den aktuellen Azimut in Grad:

  • Verbinden / Trennen — startet bzw. beendet die rotctld-Verbindung
  • Manuelles Ziel — Slider 0–360°, »Drehen« fährt den Rotor dorthin
  • Stop — hält eine laufende Rotation sofort an

Multi-Config

Du kannst mehrere Konfigurationen speichern — z.B. eine pro Rotor:

  1. Settings für Rotor A machen (Modell + Port + Kalibrierung)
  2. »Speichern unter…« → Name eingeben (z.B. SPID Big-Yagi) → Speichern
  3. Rotor B konfigurieren (Modell/Port wechseln)
  4. Wieder »Speichern unter…«Green Heron VHF
  5. Zwischen Konfigs wechseln: oben im »Aktive Konfig«-Picker

WARNING

Änderungen wirken in der aktuell aktiven Konfig. Wechselst du den Rotor im Picker, bleibt die andere Konfig unangetastet — sie ist gespeichert.

Hamlib unter der Haube

HAM-Tools bringt eine eigene rotctld-Binary mit (Universal2, statisch, in Contents/Helpers/rotctld im App-Bundle, Developer-ID-signiert). Du brauchst kein separates Hamlib zu installieren.

Beim USB-Weg wird rotctld als Subprocess gestartet:

rotctld -m <hamlibRotNumber> -r <port> -s <baud> -C data_bits=8,stop_bits=1,… -T 127.0.0.1 -t 4533

HAM-Tools redet dann via TCP auf 127.0.0.1:4533 mit dem rotctld (Hamlib-Textprotokoll p = Position lesen, P <az> <el> = setzen, S = Stop). Beim Netzwerk-Weg entfällt der eigene Subprocess — die App verbindet sich direkt mit deinem rotctld auf dem konfigurierten Host/Port.

Troubleshooting

SymptomMögliche Ursache
Ampel bleibt grau auf »Nicht verbunden«Kein Modell gewählt oder kein USB-Port ausgewählt
Ampel wechselt auf rot »Fehler«Port belegt (andere App/alte rotctld-Instanz), falsche Baudrate, Kabel ab, oder falsche Modellnummer
Verbunden, aber Azimut bleibt auf »—°«Baudrate stimmt nicht mit dem Controller überein, oder das Modell antwortet nicht auf Positionsabfragen — Werks-Baud des Geräts prüfen
Antenne dreht auf den falschen WinkelNord-Offset kalibrieren; bei Überlapp-Rotoren den Drehbereich korrekt setzen (z.B. 0–450)
Elevation fehlt / wird ignoriertModell ist »nur Azimut«, oder der Toggle »Elevation nutzen« ist aus
Spot-Klick dreht nichtToggle in DX-Spots aus, Rotor nicht verbunden, oder kein eigener QTH-Locator in den Station-Einstellungen
Port erscheint nicht im Dropdown🔄-Knopf drücken; ggf. fehlt der USB-Serial-Treiber (FTDI / Silicon Labs CP210x)

Bei wiederholbaren Problemen → Bug melden (⌘⇧B) mit aktiviertem Diagnose-Anhang.

Tipps

  • Test ohne Hardware: Modell Hamlib Dummy-Rotor (Test ohne Hardware) wählen — die App verbindet sich gegen einen simulierten Rotor, gut für UI- und Spot-Klick-Tests.
  • Mehrere Rotoren: je eine Config pro Rotor, Wechsel per Picker.
  • Remote-Rotor: rotctld auf dem Shack-PC starten und in HAM-Tools den Netzwerk-Weg mit dessen LAN-IP nutzen.

→ Verwandt: DX-Cluster (Spot-Quelle), CAT / Radio-Steuerung (gleicher Hamlib-Unterbau), Einstellungen → Rotor

HAM-Tools © HB9HJI · Funkwelt