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SSTV — Bilder senden und empfangen

HAM-Tools kann Standbilder über Funk senden und empfangen (Slow Scan Television). Der komplette Audio-/DSP-Kern steckt in einem eigenen Modul (SSTVKit) — keine externen Programme wie MMSSTV oder QSSTV nötig. Empfang mit automatischer Betriebsart-Erkennung, Senden mit eingebranntem Rufzeichen, PTT über CAT.

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Hands-free Auto-Start, eine aufgewertete Galerie, eine prominente Sende-Anzeige und automatische Verstimmungs-Korrektur (bis ±150 Hz). Siehe die jeweiligen Abschnitte unten.

Modul öffnen

SSTV liegt in der Seitenleiste unter den Werkzeugen. Es übernimmt — wie das Logbuch — das ganze Fenster (Fokus-Ansicht): links die CAT-/Radio-Spalte und das Empfangs-Statuspanel, in der Mitte die Karten Senden und Empfangen, ganz unten die Galerie. Über ‹ Übersicht geht es zurück.

Audio einrichten (einmalig)

SSTV ist reines NF-Audio: Das gesendete/empfangene Bild läuft als Ton über die Soundkarte bzw. den USB-Audio-Codec des Funkgeräts.

  1. In der Empfangen- bzw. Senden-Karte die Audiogeräte wählen:
    • 🔊 Senden (TX) = der Audio-Eingang des Funkgeräts (NF vom Mac ins Rig)
    • 🎤 Empfang (RX) = der Audio-Ausgang des Funkgeräts (NF vom Rig in den Mac)
  2. Am Rig die Modulationsquelle auf USB stellen (z.B. Icom: DATA MOD = USB), den USB-MOD-Pegel ausreichend hoch.

Mehrere gleichnamige Geräte

Hängen zwei Funkgeräte mit identisch benanntem „USB Audio CODEC" am Mac, zeigt HAM-Tools zur Unterscheidung die Seriennummer an. TX und RX müssen dieselbe Seriennummer (also dasselbe Gerät) verwenden — sonst geht das Sende-Audio an ein anderes Rig.

Mikrofon-Berechtigung

Bleibt der Empfangs-Pegel bei −120 dBFS, fehlt die Mikrofon-Berechtigung: Systemeinstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Mikrofon → HAM-Tools aktivieren. SSTV-Empfang läuft über den Audio-Eingang und braucht diese Freigabe.

Empfangen

In der Empfangen-Karte auf Empfang starten (bzw. Überwachen, siehe Auto-Start). Was passiert:

  • Der Wasserfall (1–2,6 kHz) zeigt das Spektrum — gut zum Einpegeln und um zu sehen, dass überhaupt ein SSTV-Signal anliegt.
  • Sobald eine Aussendung mit VIS-Header beginnt, erkennt HAM-Tools die Betriebsart automatisch und baut das Bild Zeile für Zeile auf.
  • Links zeigt das Statuspanel Pegel, erkannte Betriebsart, Slant und Fortschritt (Zeile X/Y, Restzeit der laufenden Aussendung).
  • Ein fertiges Bild landet automatisch in der Galerie und wird im RX-Ordner gespeichert.

Auf den Anfang warten

Die Betriebsart steckt im VIS-Header ganz am Anfang einer Aussendung. Steige vor dem Bildanfang ein (die kurzen Pieptöne), dann erkennt HAM-Tools alles von selbst und richtet das Bild gerade aus.

Auto-Start bei Signal

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Hands-free Monitoring — ideal, wenn man die SSTV-Frequenz (z.B. 14.230 MHz USB) einfach mitlaufen lassen will.

Unter dem Slant-Regler „Auto-Start bei Signal" aktivieren und die Pegelschwelle (−60…−20 dBFS) einstellen. Der Start-Knopf heißt dann „Überwachen". Ablauf:

  • Der Empfang läuft im Hintergrund und hält sich im sparsamen Leerlauf, solange das Band ruhig ist.
  • Übersteigt ein Signal die Schwelle, schaltet HAM-Tools automatisch auf Dekodieren um — kein Klick nötig.
  • Weil der Decoder die ganze Zeit gefüttert wird, geht der VIS-Header nicht verloren; das Bild wird sauber von Anfang an dekodiert.
  • Ein kurzer QSB-Einbruch reißt ein laufendes Bild nicht ab.

Slant-Korrektur

Geringe Sampleraten-Unterschiede zwischen Sender und Empfänger kippen das Bild schräg (Slant). Auto-Slant (Standard) misst das aus den Sync-Pulsen und korrigiert automatisch. Bei sehr schwachem Signal kann man Auto-Slant abschalten und mit dem manuellen Feinregler nachjustieren — das Bild wird live neu abgetastet.

Verstimmung (Rig nicht exakt auf Frequenz)

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Steht das Funkgerät nicht genau auf der SSTV-Mittenfrequenz, misst der Decoder die Verstimmung automatisch aus dem VIS-Leader und rechnet sie heraus (bis ±150 Hz). VIS-Erkennung, Sync-Lage und Farben ziehen mit — auch beim Dekodieren gespeicherter Mitschnitte. Trotzdem gilt: möglichst sauber auf die Frequenz abstimmen liefert die besten Farben.

Mitten eingestiegen? Modus erzwingen

Fehlt der VIS-Header (man ist mitten in die Aussendung gekommen), die gewünschte Betriebsart oben wählen und „Ohne VIS erzwingen" aktivieren. Das Bild kann dann vertikal verschoben sein — die Betriebsart muss man selbst kennen.

Galerie

Die Leiste am unteren Rand sammelt alle in der Sitzung empfangenen Bilder (und lädt beim Öffnen vorhandene aus dem RX-Ordner).

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  • Thumbnails zeigen jetzt Betriebsart, Uhrzeit und — falls im Sende-Kontext ein Rufzeichen eingetragen ist — auch dieses.
  • „Auswählen" schaltet die Mehrfachauswahl ein: mehrere Bilder markieren und mit „Löschen (N)" gemeinsam entfernen, oder „Alle löschen" (mit Rückfrage).
  • Das Rufzeichen wandert zusätzlich in den Dateinamen der gespeicherten PNGs.

Klick auf ein Thumbnail öffnet die Großansicht mit Betriebsart, Rufzeichen und Datum, dazu „Als QSO loggen", „Im Finder" und „Löschen". Der RX-Zielordner ist in der Empfangen-Karte wählbar (Standard: ~/Documents/HAM-Tools/SSTVReceived).

Senden

  1. Bild wählen… — ein beliebiges Bild laden; es wird auf die Auflösung der Betriebsart zugeschnitten (Aspect-Fill).
  2. Optional Overlays einbrennen (siehe Vorlagen-Editor) — Rufzeichen/Locator/RST direkt ins Bild.
  3. Senden (PTT) — HAM-Tools tastet die PTT über CAT (wie der Voice-Keyer im Contest), gibt das Audio über das TX-Gerät aus und löst am Ende wieder auf.

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Größere Bildvorschau und eine prominente Sende-Anzeige mit Prozent, Restzeit-Countdown und Betriebsart. „Senden abbrechen" stoppt jederzeit.

Vorlagen-Editor

Über Bearbeiten… (bei aktivierten Overlays) lassen sich Text-Overlays als wiederverwendbare Vorlagen anlegen: Position, Größe und Farbe je Textfeld, mit Platzhaltern {CALL} {LOCATOR} {RST} {MODE} {DATE} {TIME} und Live-Vorschau. Die Werte für die Platzhalter (Rufzeichen, Locator, RST) gibt man in der Senden-Karte ein; sie bleiben für die nächste Sitzung erhalten.

Als QSO loggen

Sowohl ein empfangenes (Galerie-Großansicht) als auch ein gesendetes Bild lässt sich mit „Als QSO loggen" ins aktive Logbuch übernehmen: Frequenz kommt aus der CAT, Betriebsart ist SSTV, und das Bild hängt am QSO (im QSO-Formular sichtbar).

Betriebsarten

14 Betriebsarten, jeweils per VIS-Header automatisch erkannt:

FamilieBetriebsarten
RobotRobot 36, Robot 72
MartinMartin M1, Martin M2
ScottieScottie S1, Scottie S2, Scottie DX
PDPD50, PD90, PD120, PD160, PD180, PD240, PD290

Troubleshooting

SymptomMögliche Ursache / Lösung
Empfangs-Pegel bleibt −120 dBFSMikrofon-Berechtigung fehlt (Systemeinstellungen → Datenschutz → Mikrofon) oder falsches RX-Gerät
Wasserfall zeigt Signal, aber „warte auf Signal"Du bist mitten in der Aussendung eingestiegen (kein VIS) → auf den nächsten Anfang warten oder „Modus erzwingen"
Bild kippt schrägSlant — Auto-Slant an lassen, oder bei schwachem Signal manuell nachregeln
Farben leicht danebenRig nicht exakt auf Frequenz — wird bis ±150 Hz selbst kompensiert, exaktes Abstimmen ist aber besser
Senden: kein ALC/keine LeistungFalsches TX-Gerät (bei gleichnamigen Geräten die Seriennummer prüfen — TX muss zur RX-Serie passen), oder am Rig DATA MOD ≠ USB / USB-MOD-Pegel zu niedrig

Realitäts-Tipp

SSTV ist sporadisch. Gute Chancen: 14.230 MHz USB (20 m, oft abends/am Wochenende) und bei Events die ISS auf 145.800 MHz FM.

Werkzeuge (Debug)

In der Empfangen-Karte unter „Werkzeuge" gibt es Selbsttest (erzeugt intern ein Testbild und dekodiert es — muss „Martin M1" + Farbbalken zeigen), WAV dekodieren… (eine WAV-Datei dekodieren, z.B. einen gesicherten Mitschnitt) und RX-Audio sichern (sichert das empfangene Audio als WAV für die Fehlersuche). Diese Helfer sind bewusst während der Erprobungsphase mit an Bord.

HAM-Tools © HB9HJI · Funkwelt