QTH-Locator — Standorte, Distanz und Höhenprofil
Das Modul beantwortet zwei Fragen: Wo genau ist das? — und bei VHF/UHF die wichtigere: Komme ich da hin, oder steht ein Berg im Weg?
Es ersetzt seit 1.38 den früheren QTH-Locator aus der Rechner-Liste und ist über die Seitenleiste erreichbar.
Standorte setzen
Zwei Stationen: das eigene QTH und die Gegenstation. Beide lassen sich
- per Klick auf die Karte setzen (⌥-Klick setzt immer das QTH),
- mit der Maus verschieben,
- oder ins Eingabefeld tippen. Das Feld nimmt Locator (2 bis 10 Stellen), Koordinaten in allen üblichen Schreibweisen (Dezimalgrad, Grad/Minuten, Grad/Minuten/Sekunden), einen Karten-Link (Apple, Google, OpenStreetMap,
geo:) oder schlicht einen Ortsnamen — die App erkennt selbst, was gemeint ist.
Das eigene QTH kommt aus Einstellungen → Station; mit der Heimat-Funktion springt es dorthin zurück.
Was gerechnet wird
Distanz, Peilung und Gegenpeilung, QRB-Punkte, dazu die Locator-Zelle als Rechteck auf der Karte — so sieht man, wie gross ein 6- gegenüber einem 8-Steller wirklich ist. Die Geodäsie rechnet auf dem Ellipsoid (Vincenty), nicht auf der Kugel.
Höhenprofil — der eigentliche Zweck
Unter der Karte liegt das Geländeprofil zwischen beiden Stationen mit:
- Sichtlinie und Erdkrümmung (Refraktionsfaktor wählbar: 4/3, 1, 2 oder flache Erde zum Vergleich),
- der ersten Fresnelzone als Band, plus 60-%-Grenze,
- einem Klartext-Urteil: freie Sicht, Fresnelzone angeschnitten, oder Hindernis bei Kilometer X,
- sieben Kennzahlen: Distanz, Peilung, engste Stelle, Abstand dort, Fresnelradius, Erdkrümmung, höchster Punkt.
Die Bandwahl (10 m bis 3 cm) ändert das Ergebnis sichtbar — die Fresnelzone wird mit der Frequenz schmaler, und ein Pfad, der auf 70 cm knapp durchgeht, kann auf 2 m blockiert sein.
Optional lässt sich ein Bewuchszuschlag aufschlagen: Höhenmodelle liefern den nackten Boden, auf einem VHF-Pfad entscheidet aber oft der Wald.
Das Profil gibt es zusätzlich in einem eigenen Fenster (Menü Fenster → Karten, ⇧⌘E) — praktisch auf dem Zweitmonitor, während die Karte im Hauptfenster bleibt.
Karte
Drei Stile (Standard, Hybrid, Satellit) und optional OpenTopoMap-Höhenlinien als Überlagerung. Die Kacheln werden lokal zwischengespeichert; einmal geladene Gebiete bleiben ohne Verbindung sichtbar.
Fair Use
OpenTopoMap ist ein ehrenamtlich betriebenes Angebot. Die App lädt nur den gerade sichtbaren Ausschnitt, drosselt die Anfragen und behält Kacheln — jede gespeicherte Kachel ist eine Anfrage weniger. Deshalb ist die Überlagerung standardmässig ausgeschaltet.
POTA und SOTA in der Nähe
Unter In der Nähe lassen sich Parks und Gipfel im Umkreis des eigenen QTH einblenden — Radius von 5 bis 200 km. Die Treffer erscheinen als Nadeln auf der Karte und als Liste mit Entfernung und Höhe.
Ein Klick auf einen Treffer setzt ihn als Gegenstation — damit steht sofort das Höhenprofil dorthin. Genau der Weg, um vor einer Aktivierung zu prüfen, welcher Gipfel von zu Hause aus überhaupt erreichbar ist.
Die Suche läuft offline gegen die Referenz-Datenbanken, die HAM-Tools ohnehin pflegt (Einstellungen → Daten). Sind sie noch nicht geladen, bleibt die Liste leer.
Höhendaten
Die Geländedaten kommen je nach Einstellung von swisstopo (Vorgabe, sehr genau in der Schweiz), Open-Meteo oder OpenTopoData (weltweit). Sie werden zwischengespeichert: Ein einmal gerechneter Pfad geht auch ohne Verbindung wieder auf — wichtig im Feld.
Locator-Eingabe, Distanz und Peilung funktionieren ohnehin ohne Netz; nur Ortssuche und neue Höhendaten brauchen eine Verbindung.
Einstellungen
Unter Einstellungen → QTH-Locator: Einheiten (km/mi, m/ft), Locator-Genauigkeit, Vorgaben für neue Stationen (Antennenhöhe, Band), Rechen-Parameter (Stützpunkte, Refraktionsfaktor, Bewuchszuschlag) und die Höhendaten-Quelle samt Cache-Verwaltung.
Auch als eigenständige App
Den QTH-Locator gibt es zusätzlich als separate, kleine macOS-App — für alle, die nur dieses Werkzeug brauchen. Beide teilen sich denselben Rechenkern.