Erste Winlink-Mail über ARDOP
Ziel: Eine Mail über Kurzwelle senden und empfangen, ohne Internet — nur Mac, Funkgerät und ein USB-Kabel. HAM-Tools bringt das Modem mit, du brauchst kein zusätzliches Programm.
Voraussetzungen
- Winlink-Konto (kostenlos, entsteht beim ersten Verbinden über Internet)
- Funkgerät mit USB-Anschluss, das Audio und CAT über dasselbe Kabel liefert — bei Icom (IC-7300, IC-7610, IC-705) der Normalfall
- Antenne für 40 m, 30 m oder 20 m — dort stehen die meisten europäischen Gateways
- Ungefähr 30 Minuten, davon die Hälfte für den Sendepegel
Erst über Internet, dann über Funk
Richte Winlink zuerst über Internet (CMS) ein und schicke eine Testmail. Damit ist geklärt, dass Rufzeichen und Passwort stimmen — sonst suchst du später einen Anmeldefehler in der Funkstrecke, wo er nicht ist. Siehe Winlink-Modul → Einrichten.
Schritt 1 — Audio auf den USB-Codec legen
Einstellungen → Winlink → Funk: ARDOP, TNC auf Integriert (ardopcf).
Dann die zwei Audio-Wege setzen:
| Feld | Was hingehört |
|---|---|
| Audio-Eingang (vom TRX) | Der USB-Codec des Funkgeräts, z.B. «USB Audio CODEC» |
| Audio-Ausgang (zum TRX) | Derselbe Codec |
Die häufigste Fehlbedienung
Steht dort das Mac-Mikrofon oder der Mac-Lautsprecher, hörst du das Modem im Zimmer pfeifen und die Gegenstelle nie. Beide Felder müssen auf den USB-Codec zeigen, nicht auf «Systemstandard» — der ist nur zufällig manchmal richtig.
Beim ersten Verbinden fragt macOS nach der Mikrofon-Freigabe. Ohne die kommt kein Empfang zustande.
Schritt 2 — Den PTT-Weg wählen
Hier entscheidet sich, wie das Modem den Sender tastet. HAM-Tools bietet fünf Wege; einer davon ist fast immer der richtige.
| Weg | Wann |
|---|---|
| CAT-Verbindung von HAM-Tools (Vorgabe) | Dein Gerät ist im CAT-Modul verbunden. Nichts weiter einzustellen, und der automatische QSY läuft mit |
| CAT (Icom CI-V) | Nur Winlink, CAT-Modul nicht verbunden. Kennt den Datenmodus am genauesten |
| rigctld | Das Gerät hängt an einer externen Instanz — wfview, kappanhang, oder «CAT teilen» aus dem CAT-Modul |
| RTS | Eigene PTT-Leitung am seriellen Port |
| Keine (VOX) | Kein CAT im Spiel |
Nimm die Vorgabe, wenn du dein Gerät ohnehin im CAT-Modul verbunden hast. Das ist der Weg mit den wenigsten beweglichen Teilen: kein zweiter Port, keine zweite Konfiguration, und das automatische Umstimmen auf den Gateway-Kanal ist inklusive.
Ein serieller Port gehört immer nur einem Programm
Wählst du CAT (CI-V) oder RTS und das CAT-Modul hält denselben Port, scheitert die Sitzung mit einem Verbindungsfehler — und du suchst ihn am falschen Ende. Der Verbindungsdialog erkennt das und bietet einen Knopf an, der auf die CAT-Verbindung umstellt. Nimm ihn.
Schritt 3 — Sendepegel einstellen
Der Schritt, den man gern überspringt und der über die Verbindungsqualität mehr entscheidet als die Leistung.
Im Datenbetrieb geht die NF direkt auf den Modulator — ohne die Mikrofonkette, die sonst begrenzt. Zu viel Pegel übersteuert, verbreitert das Signal und kostet Dekodierungen. Zu wenig kostet kaum Reichweite.
- Funkgerät in USB-D und auf eine freie Frequenz oder in die Kunstlast — der Vorgang tastet den Sender
- Einstellungen → Winlink → Funk: ARDOP → Pegel-Assistent …
- Der Assistent sendet einen Zweiton, erhöht den Pegel stufenweise und liest ALC und Ausgangsleistung mit
- Übernommen wird die Stufe unter der ersten, bei der die ALC anspricht
Drei mögliche Ausgänge, und der Assistent sagt jeweils, was zu tun ist:
- Pegel gefunden — mit gemessener Leistung als Beleg
- Das Gerät meldet keine ALC — dann von Hand: Regler so weit herunter, dass die ALC-Anzeige gerade eben anspricht
- Der Eingangspegel im Funkgerät ist zu niedrig — dann bleibt der Software-Regler wirkungslos, und der
USB MOD Levelim Gerät muss hoch. Das ist der Fall, den man ohne diese Meldung stundenlang sucht
Messen geht nicht immer
Bei PTT über CAT (CI-V) oder RTS öffnet ardopcf den seriellen Port selbst — HAM-Tools kommt dann nicht mehr ans Gerät und kann nicht messen. Der Dialog sagt das vor dem Start. Der Ton kommt trotzdem: ALC am Display ablesen, Regler von Hand.
Schritt 4 — Ein Gateway aussuchen
⌥⌘G öffnet das Gateway-Verzeichnis. Die Liste kommt von den Winlink Web Services und kennt Distanz und Peilung zu deinem Locator.
So gehst du vor:
- Nach Distanz sortieren — das beantwortet die praktische Frage direkt
- Auf Transport achten: Ein Gateway kann auf derselben Frequenz ARDOP und VARA anbieten. Du willst die ARDOP-Zeile
- Band nach Tageszeit: 40 m am Abend und in der Nacht, 20 m tagsüber, 30 m dazwischen
- Doppelklick übernimmt den Kanal in den Verbindungsdialog
Ein Gateway in 150–400 km ist ein guter erster Versuch: nah genug für stabile Bedingungen, weit genug, dass die Bodenwelle nicht alles macht.
Favoriten sparen Sucherei
Der Stern in der ersten Spalte hebt ein Gateway nach oben. Zwei oder drei Favoriten auf verschiedenen Bändern, und du findest immer eines, das gerade geht.
Schritt 5 — Die Sitzung fahren
- Im Winlink-Modul Abrufen & Senden → Pfeilmenü → über ARDOP
- Der Dialog zeigt Gateway, Dial-Frequenz, Center-Frequenz mit Band, Bandbreite sowie Entfernung und Peilung
- Max. Bandbreite auf 2000 Hz lassen — das ist der Normalfall. FORCED besteht auf genau dieser Bandbreite, sonst gilt sie als Obergrenze und das Modem handelt herunter
- Verbinden
Was dann passiert, steht in der Statusleiste, und das Protokoll unten rechts zeigt jede Zeile:
Stelle 7'051,5 kHz Dial, USB-D über die CAT-Verbindung ein …
QRG 14'074,0 kHz (USB) → 7'051,5 kHz (USB-D) — bleibt nach der Sitzung stehen.
Starte integriertes ardopcf-Modem …
Rufe HB9AK — über Funk kann das dauern …
Verbindung steht, starte B2F-AustauschGeduld beim Rufen
Über Funk dauert der Verbindungsaufbau. Zehn bis zwanzig Sekunden sind normal, und wenn der Kanal belegt ist, auch länger. Abbrechen kannst du jederzeit.
Schritt 6 — Nach der Sitzung
Das Funkgerät bleibt auf dem Kanal des Gateways stehen. Das ist Absicht: Wer gerade über ein Gateway gearbeitet hat, ruft es meist gleich wieder, und das gemerkte Gateway steht schon im Dialog. Der nächste Ruf ist damit zwei Klicks.
Wer sein Gerät lieber so vorfindet, wie er es verlassen hat, schaltet in Einstellungen → Winlink → Funk: ARDOP die Option «QRG nach der Sitzung zurückstellen» ein.
Wenn es nicht klappt
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Kein QSY, Frequenz bleibt stehen | Kein Weg zum Gerät. Das Protokoll sagt «QRG bitte von Hand einstellen». CAT-Modul verbinden oder rigctld eintragen |
| Modem startet, aber nichts wird dekodiert | Audio-Eingang zeigt nicht auf den USB-Codec |
| Verbindungsfehler direkt beim Start | Serieller Port doppelt belegt — siehe Hinweis in Schritt 2 |
| Gegenstelle antwortet nicht | Frequenz, Bandbreite und Rufzeichen prüfen. Oder der Kanal ist belegt: kurz warten, anderes Gateway probieren |
| Sender tastet, aber kaum Leistung | Eingangspegel im Gerät zu niedrig (USB MOD Level) |
| Es wird gesendet, aber breit und laut | Sendepegel zu hoch — Pegel-Assistent laufen lassen |
Das Protokoll ist die erste Anlaufstelle
Der Knopf Protokoll unten rechts zeigt die ganze Sitzung, kopierbar. Bei einem Bug-Report gehört er dazu — er sagt, welcher PTT-Weg galt, ob der QSY lief und woran die Verbindung scheiterte.
Nächste Schritte
- Volle Modul-Doku: Winlink — E-Mail über Amateurfunk
- Alle Einstellungen im Detail: Einstellungen → Winlink
- Gateway-Verzeichnis und Favoriten: Gateway-Verzeichnis